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VERPACKUNGEN: Deutscher Verpackungspreis 2021 Kunststofflösungen räumen fast die Hälfte der Preise ab

VERPACKUNGEN
Deutscher Verpackungspreis 2021: Kunststofflösungen räumen fast die Hälfte der Preise ab
Zu den insgesamt 52 Gewinnern des vom Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi) ausgerichteten Deutschen Verpackungspreises 2021 gehören in diesem Jahr 24 Lösungen aus Kunststoff. Der Einsatz von Rezyklat, die Substitution von Kunststoff, recyclingfähige Barrierelösungen, neue Materialien, Monomaterial-Lösungen sowie Kunststoff auf Basis von CO2 überzeugten die 24-köpfige Jury aus Wirtschaft, Forschung und Lehre. Die Preisverleihung findet am 28. September 2021 im Rahmen der Branchenmesse „FachPack“ statt.

PP-Monomaterial-Lösung (Foto: dvi)
Einer der Sieger in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ – die mit 18 Gewinnern wichtigste Gruppe – ist die Monomaterial-Lippenstifthülle „Lipcarestick Next Generation“, eingereicht von der zum Verpackungshersteller Berry Global (Evansville, Indiana / USA; www.berryglobal.com) gehörenden Tochtergesellschaft RPC Bramlage. Die Jury würdigte die Umstellung der Hülle von einer 4-teiligen Mechanik mit POM-Kolben auf eine 3-teilige Mechanik mit Polypropylen-Kolben. Die Verwendung von Monomaterial (PP) führe dabei zu einer verbesserten Recyclingfähigkeit des Sticks.

Da PCR-Polyolefine aktuell immer noch eingeschränkte Einsatzmöglichkeiten im Lebensmittel- sowie Kosmetikbereich haben, hat Verpackungshersteller Gaplast (D-82442 Saulgrub-Altenau; www.gaplast.de) eine Hybrid-Lösung entwickelt. Der ebenfalls mit einem „Nachhaltigkeits“-Preis prämierte mehrschichtige Behälter besteht aus einer starren Außenschicht aus PCR-Material (Polyethylen) sowie einem flexiblen, integrierten Innenbeutel aus Neuware (PE). Beide Materialien können wiederverwertet werden.

Auf Alternativen zur Rohöl-basierten Kunststofferzeugung setzt dagegen Mibelle – das auf die Produktion von Kosmetikprodukten spezialisierte Tochterunternehmen des Schweizer Detailhandelskonzerns Migros. Mithilfe eines von LanzaTech (Roselle, Illinois / USA; www.lanzatech.com; siehe auch KIWeb vom 20.11.2020) entwickelten Verfahrens werden CO2-Gase in mehreren Schritten in Ethanol umgewandelt, aus dem wiederum Kunststoff-Vorprodukte gewonnen werden.

Ebenfalls mit „Nachhaltigkeits“-Preisen ausgezeichnet wurden:
  • der Reinigungshersteller Werner & Mertz (W&M, D-55120 Mainz; www.werner-mertz.com), der den RE PET-Anteil aus dem „Gelben Sack“ bei seinen Reinigerflaschen auf nunmehr 50 Prozent erhöht hat (siehe KIWeb vom 24.02.2021);
  • die PE-LD-Monomateriallösung des Verpackungsherstellers Riba Verpackungen (D-59077 Hamm, www.ribapackaging.com) mit einem Rezyklatanteil von über 80 Prozent;
  • der Systemlieferant für die Dichtstoffindustrie Fischbach KG Engelskirchen sowie Rückverfolgungsspezialist Tailorlux: Nicht vollständig entleerte Kunststoff-Kartuschen können im Recyclingstrom für Verunreinigungen sorgen. Durch die von den beiden Unternehmen umgesetzte Markierung der Kartuschen mittels UV-Siebdruckfarben, die durch den NIR-Scanner in der Sortieranlage erkannt werden, können diese Kartuschen zukünftig separiert werden.
  • Der recyclingfähige PP-Monoblister von Etimex Primary Packaging (D-89165 Dietenheim; www.etimex-pp.com);
  • eine Convenience-Lösung von Saier Verpackungstechnik (D-72275 Alpirsbach; www.saier-verpackungstechnik.de), bei der Kunststoff-Eimer mit einer abziehbaren Innenauskleidung ausgestattet werden;
  • die „suPErtube“ von Linhardt (D-94234 Viechtach; www.linhardt.com): Eine Monomateriallösung aus PE-HD sowohl für den Tubenkörper als auch für den Verschluss unter Verwendung von bis zu 100 Prozent PCR-Material für den Tubenkörper.
  • Im 3-Schicht-Coextrusionsverfahren hergestellte Kunststoffflaschen für Körperpflegeprodukte, mit einer Mittelschicht aus PCR-Material und jeweils einer dünnen Innen- und Außenschicht aus Neuware (Einreicher: W. Müller; D-53842 Troisdorf-Spich; www.mueller-ebm.com).
Monomaterial-Folie mit hoher Barriere
Vor dem Hintergrund, dass bis 2025 auch Verpackungen mit hohen Barriere-Ansprüchen zu 100 Prozent recyclingfähig sein sollen, hat der türkische Verpackungshersteller Elif Plastik (Istanbul / Türkei; www.elifplastik.com.tr) eine neue PP-Mono-Material-Struktur entwickelt. „ElifProLite“ – ausgezeichnet in der Kategorie „Neue Materialien“ – verfüge dank seiner Metallisierung über eine hohe Barriere gegen Sauerstoff, Wasserdampf und Licht, ohne dass weitere Barriereschichten wie EVOH oder PVDC verwendet würden.

Kapseldosierung mit Einhandbedienung (Foto: dvi)
Weitere „Kunststoff“-Preise gingen an Packsys (D-82340 Feldafing; www.packsys.de) für einen Kapsel-Spender mit Einhand-Bedienung sowie an den Kosmetikhersteller Kao Germany für ein neues Verpackungssystem für oxidative Haarfarben, bei dem die Anzahl der verwendeten Teile reduziert wurde.

In der Kategorie „Funktionalität & Convenience“ setzte sich zudem die HVB Innova aus Neunkirch nahe Schaffhausen durch: Das von den Schweizer Verpackungsberatern entwickelte System verbindet herkömmliche Karton-Trays mit Deckeln aus transparentem PET. Die stabile, stapelbare Verpackung lasse sich gut in automatisierte Logistikprozesse integrieren, lautete das Urteil der Jury.
10.08.2021 KI 2582 [248308-0]
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