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DEUTSCHE KUNSTSTOFFPRODUKTION
Plastics Europe: Erzeugerverband zieht für 2025 düstere Jahresbilanz / Produktion und Umsatz nochmals deutlicher gesunken
Deutschland und EU als Schnecken: Dr. Christine Bunte verlangt mehr Tempo (Screenshot: Plastics Europe Deutschland)
Von Erholung kein Spur, im Gegenteil: Nach einem bereits schwachen Vorjahr 2024 ist die Kunststofferzeugung in Deutschland im vergangenen Jahr 2025 nochmals zurückgegangen. Die Produktion sank deutlich um 4,5 Prozent (2024: -3 Prozent). Bei den Erzeugerpreisen verkleinerte sich zwar das Minus von -4,2 Prozent auf -2,3 Prozent. Doch der Gesamtumsatz der Branche brach nachgerade ein – um 7,6 Prozent auf 24,6 Mrd EUR. Bereits im Vorjahr 2024 hatte der Branchenverband
Plastics Europe Deutschland
(PED, D-60329 Frankfurt;
https://plasticseurope.org/de
) einen Umsatzrückgang berichten müssen. Der war jedoch mit -3 Prozent von 27,5 Mrd EUR auf 26,7 Mrd EUR vergleichsweise milde ausgefallen.
Ein fettes Minus mussten die deutschen Kunststofferzeuger vor allem im Auslandsgeschäft hinnehmen. Der Umsatz ging um -8,1 Prozent in die Knie. Im Inland schrumpfte der Umsatz um -6,6 Prozent. Schuld an dem Einbruch beim Auslandsumsatz sind vor allem die deutlich gesunkenen Exporte in die USA infolge der Zollstreitigkeiten. Die Ausfuhren von Waren in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gingen um 14,9 Prozent zurück. Demgegenüber moderat fiel der Rückgang der Exporte in die EU 27 (-2,5 Prozent) und nach China (-6,8 Prozent) aus.
Kunststoffimporte aus China stark gestiegen
Die Ursachen für die schwache Jahresbilanz sah PED-Wirtschaftsexperte
Maximilian Nichterlein
in der schwachen Konjunktur und damit verbundener geringerer Nachfrage. So lagen die Auftragseingänge im Gesamtjahr 6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Nach einer kurzen Erholungsphase im September brachen die Orders von Oktober bis Dezember 2025 rapide ein.
Maximilian Nichterlein (Foto: PED)
Hinzu kommt ein zunehmender Wettbewerbsdruck aus dem Ausland. Vor allem die Umleitung von Kunststoff aus chinesischer Produktion nach Europa statt in die USA habe sich bemerkbar gemacht, betonte Nichterlein. Die deutschen Importe aus China stiegen 2025 im Jahresvergleich um 16,2 Prozent. Gesunken ist last but not least die Zahl der Beschäftigten in der Branche. Hier schlägt ein Minus von 4,2 Prozent auf 54.500 Mitarbeiter zu Buche.
Angesichts der derzeit schwierigen geopolitischen Lage und der zahlreichen Unwägbarkeiten im Kunststoffmarkt infolge des Iran-Kriegs verzichtet der Erzeugerverband Plastics Europe auf eine Produktionsprognose für 2026. Solange strukturelle Herausforderungen wie hohe Energiepreise, Bürokratie und fehlende Planungssicherheit, beispielsweise im chemischen Recycling, bestünden, bleibe ein „spürbarer Aufschwung vorerst unwahrscheinlich“, betonte Nichterlein.
Dr. Ralf Düssel (Foto: PED)
Wie schlecht es um die Kunststoffproduktion in Europa insgesamt steht, betonte auch der Vorstandsvorsitzende von PED,
Dr. Ralf Düssel
. Im Vergleich mit den globalen Wirtschaftszentren Nordamerika und Ostasien werde die europäische Erzeugung zunehmend abgehängt, klagte er. So schrumpfte die Produktion zwischen 2022 und 2025 um satte 9 Prozent. Ein Viertel dieses Rückgangs entfiel auf deutsche Standorte. Im Gegenzug wuchs die globale Produktion von Kunststoffen im selben Zeitraum um ebenfalls 9 Prozent. Mit derzeit 12 Prozent an der globalen Polymererzeugung hat sich nach Angaben von PED der Anteil Europas in den vergangenen 20 Jahren nahezu halbiert.
Europäische Kunststoffproduktion schrumpft gegen den globalen Trend
21 Produktionsstandorte in Europa mit rund 30.000 Mitarbeitern stünden vor dem Aus, zitierte Düssel Zahlen des europäischen Chemieverbands
Cefic
. Wenn der Niedergang der europäischen Industrie gestoppt werden solle, brauche es jetzt einen politischen Kurswechsel und einen einheitlichen EU-Binnenmarkt. Wie wahrscheinlich das ist, blieb bei der Vorstellung der Jahresbilanz jedoch offen. Auch ob die darbende europäische Recyclingbranche durch den Iran-Krieg und die explodierenden Neuwarenpreise einen Aufschwung erleben wird, scheint keineswegs ausgemachte Sache zu sein.
Auf die Frage, ob die derzeitige Flut an Force-Majeure-Meldungen vonseiten der Erzeuger auch als Versuch gewertet werden könne, die Notierungen in die Höhe zu treiben, antwortete
Dr. Christine Bunte
, Hauptgeschäftsführerin bei Plastics Europe Deutschland, diplomatisch: „Das sind immer Einzelfallentscheidungen, die im einzelnen Fall überprüft werden müssen. Nicht alle Force-Majeure-Meldungen sind automatisch unzulässig, und nicht alle sind automatisch berechtigt.“ Unstrittig sei in ihren Augen, dass die außergewöhnliche geopolitische Lage durchaus Auswirkungen auf die Verfügbarkeiten von Rohstoffen und Materialien habe. Im Übrigen sei davon auszugehen, dass Erzeuger kein Interesse daran hätten, das Vertrauen in ihren Kundenbeziehungen durch ungerechtfertigte FM-Meldungen zu belasten oder gar zu zerstören.
18.03.2026 KI [259856-0]
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© 2026 KI Kunststoff Information, Bad Homburg
Druckdatum: 19.03.2026
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