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SCHMIDT KUNSTSTOFFVERARBEITUNG EMSBÜREN
„Die Krise war vorhersehbar“: 3-Fragen-an-Interview mit Geschäftsführer Carsten Czilwa
Corona, marode Lieferketten, Materialmangel, horrende Energie- und Transportkosten und jetzt auch noch der Ukraine-Krieg: Wie gehen Kunststoffverarbeiter mit der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation um? Wir haben nachgefragt: drei Fragen an den Geschäftsführer Carsten Czilwa, Geschäftsführer bei Schmidt Kunststoffverarbeitung Emsbüren (D-48488 Emsbüren; www.schmidt-gmbh.com).

Wie ist Ihr Unternehmen bislang durch die Krise gekommen?

Carsten Czilwa: Jede Krise bringt auch Gewinner hervor. Dazu gehören wir auf jeden Fall. So abgegriffen das klingen mag: Als Unternehmer muss man jede Krise als Chance begreifen und daran zu wachsen versuchen. Meine persönliche Krise begann nämlich schon 2017, kaum dass ich die Firma übernommen hatte. Im Jahr darauf brach die Windenergiebranche ein, was uns Umsatzverluste von rund 20 Prozent bescherte. Um diese Verluste abzufedern, habe ich einen Teil der Produktion nach China verlagert. Als China dann Anfang 2020 den weltweit ersten Lockdown ausrief, waren meine Lieferketten schon unterbrochen, bevor sich hier in Deutschland überhaupt jemand Gedanken dazu machte. Dadurch hatte ich bereits drei Monate „Corona-Erfahrung“ und wusste, dass es auch hierzulande eine Maskenpflicht geben würde. Also habe ich alle meine restlichen liquiden Mittel in die Produktion und den Import von Masken investiert. Das hat sich ausgezahlt. 2020 war das erfolgreichste Jahr in unserer mehr als 60-jährigen Unternehmensgeschichte. Diesen Trend konnten wir bis heute fortsetzen.

Wie gehen Sie als Unternehmer mit den auf unabsehbare Zeit noch andauernden wirtschaftlichen Unsicherheiten um?

Czilwa: Ich habe hier eine völlig andere Sicht auf die Dinge. Wieso sprechen Sie von unabsehbar? Die Misere, in der wir uns befinden, war sehr wohl vorhersehbar und ist letztlich eine Folge der Banken- und Geldkrise der Jahre 2008/2009. Ich bin sicher: Der Euro wird diese Krise nicht überstehen. Schon 2017 habe ich zu meiner Bank gesagt: „ Ich werde diese Kredite mit inflationärem Geld zurückzahlen.“ Genau so ist es nun gekommen. Wann also soll ich investieren, wenn nicht jetzt?

Sie wollen Ihren Standort ausbauen und in Ihren Maschinenpark investieren. Wie plant man solche Investitionen in unsicheren Zeiten, und wie sichern Sie Liquidität?

Czilwa: Ich kann nur jedem Unternehmer raten: Mut zur Lücke. In Zeiten wie diesen kann ja nicht viel schiefgehen, weil das Geld ohnehin nichts wert ist. Liquidität war und ist für uns immer ein Thema. Die Zahlungsmoral vieler Kunden ist ins Straucheln gekommen. Daher setzen wir seit Kurzem auf offenes Factoring. Dieses Modell der Finanzierung kann ich nur empfehlen.

Carsten Czilwa (Jahrgang 1981) ist geschäftsführender Gesellschafter der Schmidt Kunststoffverarbeitung Emsbüren. Der gelernte Werkzeugmacher und Verfahrensmechaniker für Kunststoff/Kautschuktechnik stieg 2005 bei dem Kunststoffverarbeiter Schmidt GmbH in Ludwigsburg ein und wurde ein Jahr später zum Produktionsleiter und 2009 zum Prokuristen befördert. Im Jahr 2017 übernahm er das Unternehmen im Rahmen einer Altersnachfolge und benannte es in Schmidt Kunststoffverarbeitung Emsbüren um. Der Betrieb beschäftigt derzeit 43 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr 2021 einen Umsatz von 4,1 Mio EUR.
18.07.2022 KI [250772-0]
© 2022 KI Kunststoff Information, Bad Homburg
Druckdatum: 13.08.2022
Ref: 1o0nomisp0ypas55ybwtlcuk
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